Autobiografie „Das offene Fenster und alles wurde anders“

Das offene Fenster

Ich stand am offenen Fenster und schaute in die Ferne. Ich weiß nicht, warum ich mich gerade daran erinnere, denn in diesem Moment nehme ich wenig wahr. Ich selbst fühle nur eine einzige Leere. Es ist eine Leere, die ich nicht kenne und die unheimliche Macht auf mich ausübt. Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich weinen oder mich noch einmal übergeben soll. Mein Magen drehte sich und ich hatte das Gefühl von Ohnmacht. Es war in diesem Moment alles egal gewesen, auch alle Menschen um mich herum. Da spürte ich die Angst – die ich nicht kannte und mir das Leben zu diesem Zeitpunkt sehr schwer machte. Ich hatte das Gefühl keine Luft zu bekommen, drum stand ich an dem Fenster. Ich blickte zurück und stellte fest, das passt doch alles nicht zu mir. Ich wusste bis zu diesem Augenblick nicht, wie es ist, keinen Sinn im Leben zu sehen. Egal was ich auch schon erlebt habe, welche Schicksalsschläge ich durch gemacht habe, ich stand immer wieder auf und war in der Lage einen Sinn darin zu sehen. Ich griff nach jedem Strohhalm, wenn er noch so klein war, aber ich nahm es an und ich machte weiter. Jedoch jetzt, hier am Fenster wo ich mich gerade befinde, ist der Sinn und alles andere verschwunden und es wird dunkel wie ein endlos langer Tunnel. Es ist schwer, in Worte zu fassen, was ich fühle oder erlebt habe. Warum ich mich so fühle und diese Leere in mir die mir kein Antrieb gibt. Im Gegenteil, es zieht mich runter. Wo ist die Liebe geblieben für meine Familie? Die Freude und das Lachen? Wo ist der Glaube, den ich so tief in mir habe? Ich versuche zu atmen, um Luft zu holen, um meiner Seele wieder mit dem Leben zu füllen wo einst mal war. Doch was mir jetzt noch bleibt, sind Tränen. So stand ich da und weinte, bis ich nicht mehr konnte. Doch ich war froh gewesen, dass ich es zu gelassen habe. Es ist genau das, was mir zum Verstehen gibt, ich lebe und möchte leben und ich brauche Hilfe. Es war ein Hilferuf! Mir wurde klar, das geht so nicht weiter, ich kann nicht mehr. Es macht mich fertig. Ich darf nicht zulassen, dass ich noch weiter falle und am Ende den Boden unter den Füßen ganz verliere. Ich kann nicht mit ansehen, wie ich von Menschen in den Abgrund gezogen werde. Energiesauger! Sie nahmen mir alles, was mir lieb und recht war. So stand ich nun allein und keiner konnte mir helfen, denn keiner wollte mich verstehen. Ich musste nur funktionieren. Doch wer fragte mich, wie es mir da drinnen geht? Jeder verlangte nach mir. Mein Kind wurde gegen mich aufgehetzt. Plötzlich war ich nur noch eine Last für alle und ich hatte das Gefühl nicht mehr gebraucht zu werden. Welche Macht können Menschen auf einen ausüben, wenn sie wissen, wie man es anstellt. Ich wurde ausgesucht und kam in eine Familie, die mich manipulierten, kontrollierten und ihre böse Macht Spielchen an mir ausübten. Das Gefühl der Kontrolle wuchs immer mehr in ihnen und ich wurde von Jahr zu Jahr immer mehr auf Schritt und Tritt beobachtet und verfolgt. Ja sogar zu meinem Arbeitsplatz sind mir nachgefahren und haben nachgesehen, ob ich auch wirklich dort war und nicht wo anders. Ich durfte keine Freunde haben. Mir wurde jeder Kontakt verboten. Ich war wie ein kleiner dressierter Esel, der im Zirkus seine Kreise drehte. Ja genau so kam ich mir vor. Menschenskinder, das war doch nicht ich gewesen. Ich rief heimlich meine Freundin an und sie sagte mir: „ Mensch was ist los mit dir? Warum meldest du dich so lange nicht bei mir?“ Ich erzählte ihr, wo ich jetzt lebe und mit wem und sie sagte nur zu mir: „ Er ist nichts für dich. Er und seine Familie tun dir nicht gut.“ Doch was sollte ich machen! Hatte ich eine andere Wahl? Ich fühlte diese Leere und ich konnte nicht klar denken. Mir war doch alles egal gewesen. Doch nein, das konnte ich auf Dauer so nicht hinnehmen. So stand ich am Fenster und dachte über all die Jahre hier auf diesem Berg in dieser Umgebung und diesen Menschen, denen ich nicht trauen konnte, nach. Warum sollte ich auch? Sie trauten mir auch nicht. Als ich diesen Mann kennenlernte, hatte ich gedacht, es ist ein Neuanfang nach alldem, was ich schon mitgemacht habe. Doch schlimmer geht immer. Auf irgendeine Art und Weise können Menschen sehr seltsam reagieren und andere in den Abgrund ziehen und sind sich vielleicht gar nicht bewusst, welche Folgen das haben könnte. Am Anfang lernt man sich kennen, mit der ganzen Familie im Schlepptau und man versucht, alles zu geben. Da ich ein sehr hilfsbereiter Mensch bin und auch gerne für andere da bin, war ich das auch. Doch ich wurde eines Besseren belehrt….

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